Beim Heimrennen auf dem Podium

Für viele Bahnrennfahrer ist das Sandbahnrennen in Herxheim an Christi Himmelfahrt einer der Saisonhöhepunkte. 

Gerade wenn man aus der direkten Umgebung des "Mekka des Langbahnsports" kommt nimmt die Brisanz dieses Rennens erheblich zu. Tausende Zuschauer, darunter viele Sponsoren, Fans, Freunde, Bekannte und Familie sorgen für den speziellen Flair dieser Veranstaltung.

Nach unseren ersten erfolgreichen "kleinen" Heimrennen in Diedenbergen wollten wir nun auch "Zuhause" überzeugen. Finalteilnahme war das Minimalziel, insgeheim träumten wir von einem Podestplatz.

Schon im Training kamen wir gut zurecht, konnten weitere Verbesserungen die wir uns ausgedacht hatten gut umsetzen. Unseren Qualilauf konnten wir gewinnen und uns so sicher fürs Rennen qualifizieren, ohne uns darauf verlassen zu müssen dass wir von unserem Verein gesetzt werden.

Unsere ersten beiden Punktläufe standen bereits am Mittwoch auf dem Plan.

Im ersten Lauf konnten wir vom Start weg die Führung übernehmen und diese konstant ausbauen. Mit grossem Vorsprung und einem guten Schnitt konnten wir diesen Lauf gewinnen und es viel ein grosser Stein vom Herzen. Auch hier werden wir konkurrenzfähig sein.

Auch in Lauf 2 entschieden wir den Sprint zur ersten Kurve für uns und gingen in Führung. Mit dem Trainingsschnellsten im Nacken wollte Patrick noch eine Schippe drauflegen. Ein kleiner Fehler am Ende der zweiten Runde machte einen möglichen weiteren Laufsieg zunichte. Patrick fuhr etwas zu aggressiv in die Spitzkurve, überdrehte das Gespann und fuhr über die Innenbegrenzung der Rennstrecke. Da man für dieses Vergehen disqualifiziert wird und an dieser Stelle der Schiedsrichter garnicht die Chance hatte es zu übersehen entschieden wir uns dazu uns nicht weiter in den Lauf einzumischen und aufzugeben. Natürlich war der Ärger über diesen Fehler gross, statt möglicher 10 Punkte hatten wir lediglich deren 5 auf dem Konto.

Nach ausgiebiger Fehleranalyse und Betrachtung der Geschehnisse am Abend ging es dann am Donnerstag morgens in den dritten Lauf. Auch hier hatten Patrick und Viktor den besten Start, gingen in Führung und konnten den Lauf sicher für sich entscheiden. Die Qualifikation für den Finallauf war sicher und da auch die gegnerischen Gespanne im Laufe des Rennens Punkte liegen liessen fanden wir uns vor dem Finallauf mit 2 Punkten Rückstand auf Platz 2 der Tabelle wieder. Dennoch kam der Groll vom Vorabend wieder auf, anstelle des Rückstandes hätten wir zu diesem Zeitpunkt auch einen Punktevorsprung verbuchen können.

Vor dem Finale kam dann der Regen und es stand das Wasser auf der Sandbahn. Unbeeindruckt von den Verhältnissen gelang Patrick und Viktor einen weiterer sehr guter Start was die erneute Führung mit sich brachte. Auch den Finallauf konnten die beiden klar und mit grossem Vorsprung für sich entscheiden, wobei die Witterungsverhältnisse hier auch ein bisschen geholfen haben. "Ich war in Führung und hatte durch das aufspritzende Wasser von meinem Vorderrad in den Kurven kaum Sicht. Ich habe vom Vortag gelernt und entschied nach 2 Runden etwas rauszunehmen, einen Angriff habe ich bei diesen Bedingungen nicht erwartet. Ich habe erst nach der Zieldurchfahrt gesehen dass wir dennoch eine halbe Gerade Vorsprung hatten." waren Patricks erste Worte nach dem Finallauf.

Da das in der Tabelle führende Gespann den Finallauf als zweite beendeten blieb es für Patrick und Viktor in der Gesamtwertung bei Platz 2.

Freud und Leid liegen im Sport nah beieinander. 

Die Freude über Platz 2 ist gross, wir konnten zwei Vorläufe sowie das Finale relativ klar gewinnen und sind der Meinung dass wir eine gute Leistung gezeigt haben. Wenn man aber durch einen kleinen, vermeidbaren Fahrfehler einen möglichen Maximumsieg in Herxheim vergibt bleibt natürlich auch das weinende Auge nicht trocken. 

Dass neben "Viel hilft viel" manchmal auch "weniger ist mehr" gilt wissen wir nun auch.

Für uns geht es nun darum unsere Leistungen zu konservieren und weiter auszubauen. Wir schauen positiv auf die kommenden Aufgaben und freuen uns auf unsere weiteren Rennen.